Forderungen/Informatik
Aus TU Brennt
Hier mal ein Entwurf von ganz konkreten Forderungen, ziemlich Informatik-bezogen aber teilweise auch auf andere Studien anwendbar.
Keine Studien mehr auflassen!
Einst gab es 5 Informatik-Bachelorstudien, jetzt sind es nur mehr 4 und wenn es nach Vizerektor Prechtl geht soll es bald nur mehr eines geben (Data Engineering wurde bereits aufgelassen). Seine Begründung: Ein Bachelorstudium soll eine einheitliche Grundausbildung sein, spezialisierte Ausbildungen sind eher FH-Profil. Gegenargumente:
- Die Informatik hat sich in viele Richtungen entwickelt, die teilweise sehr weit auseinander liegen. Die Grundlagen sind beispielsweise zwischen Technischer Informatik und Medieninformatik/Computergrafik total verschieden.
- Das aktuell vielfältigen Wahlfachangebot wird großteils verschwinden, weil der Wahlfachkorb eines einzigen Informatikstudiums nur mehr die Basislehrveranstaltungen der jetzigen Studien enthalten wird. Das entlarvt die Strategie eines einzigen Informatikstudiums als reine Einsparungsmaßnahme.
- Weniger Auswahl an Studien/Wahlfächern bedeutet eine Verschulung der Universität (alle machen das gleiche und haben wenig Spielraum), was ironischerweise dem Profil einer FH entspricht. Diese Bestrebung, nicht so zu sein wie eine FH, verkehrt sich in ihr Gegenteil.
Wahlfächer nicht in Modulen zusammenfassen!
Das von Vizerektor Prechtl geplante Modulsystem (auf der Uni Wien unter dem Namen Erweiterungscurricula bekannt) schränkt die Wahlfreiheit der Studierenden stark ein. Die Themengebiete/Lehrveranstaltungen in der Informatik (trifft auch auf andere Studienrichtungen zu) sind meist unabhängig voneinander, es bringt also genau nichts sie in Modulen zusammenzufassen, außer dass dadurch eine weitere Verschulung und Bevormundung der Studierenden entsteht.
Studieneingangsphase nicht als Zugangsbeschränkung missbrauchen!
Bereits seit 2006 wird in der Informatik die Studieneingangsphase (auch bekannt unter dem Namen Grundstudiumsregelung) dazu benützt die Studierenden dazu zu zwingen, Lehrveranstaltungen aus den ersten beiden Semestern zu absolvieren, bevor sie die meisten Lehrveranstaltungen aus den höheren Semestern besuchen dürfen. Wir fordern eine ersatzlose Streichung dieser Regelung (dieses Modell soll übrigens als Vorbild auch auf die anderen Studienrichtungen an der TU übertragen werden).
Übungen besser betreuen und benoten!
Übungsleistungen werden oft nur sehr oberflächlich begutachtet und es wird kaum konstruktives Feedback gegeben (das liegt auch am wenigen/schlecht bezahlten Personal). Dadurch entstehen oft auch eher zufällige Noten, wodurch Phänomene wie z.B. Leute mit Studienabschluss aber ohne Programmierkenntnisse entstehen. Wir fordern faire Noten in beide Richtungen, dazu muss aber das Betreungsverhältnis verbessert werden. Bei Gruppenarbeiten sollen alle Mitglieder einzeln benotet werden, also keine kollektiven Gruppennoten, sondern pro Person eine Note auf Basis ihrer Leistung. Mut zum Einzel-Sehr Gut aber auch Mut zum Einzel-Nicht Genügend sind gefordert.
Mehr Wahlfreiheit in den Studien!
Das Masterstudium Computational Intelligence macht es vor: es geht auch mit nur zwei Pflichtfächern. Im krassen Gegensatz dazu steht das Bachelorstudium Technische Informatik mit 7.5 ECTS Wahlfächern und 154.5 ECTS Pflichtfächern. Außerdem besteht der Wahlfachkatalog aus nur 5 Lehrveranstaltungen, von Wahlfächern kann schon fast nicht mehr gesprochen werden. Wir fordern: Wahlfächer müssen mindestens 25% der Gesamt-ECTS in jedem Bachelorstudium und mindestens 50% der Gesamt-ECTS in jedem Masterstudium ausmachen, außerdem müssen Wahlfachkataloge mindestens doppelt so viele ECTS beinhalten, wie ausgewählt werden müssen. In einem Bachelorstudium mit 180 ECTS sollen also mindestens 45 ECTS an Wahlfächern aus einem Katalog von mindestens 90 ECTS wählbar sein, in einem Masterstudium mit 120 ECTS (davon 30 ECTS Diplomarbeit) mindestens 60 ECTS an Wahlfächern aus einem Katalog von mindestens 120 ECTS.
Auswahl des Studiendekans durch die Studienkommission!
Stichwort Demokratisierung der Universitäten. Vizerektor Prechtl will den Posten des Studiendekans für Informatik neu besetzen - nach dem Willen der Professoren und mit einem Professor, ohne Mittelbau und Studierende einzubinden. Wir fordern ein öffentliches Hearing der Kandidaten vor der Studienkommission, die dann über den nächsten Studiendekan abstimmt!
Keine Einsparung bei der Lehre!
Nach dem Willen von Vizerektor Prechtl soll die Informatik so viel Geld für die Lehre ausgeben wie im Studienjahr 2007/08 - und das, obwohl die Zahl der Informatikstudierenden in diesem Zeitraum um fast 9% gestiegen ist!

